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Kfz Nutzung 1 Regelung Beispiel Essay

Die 1%-Methode zur Ermittlung der privaten Nutzung eines Firmenwagens ist grundsätzlich bei der Einkommen- und Lohnsteuer anzuwenden. Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um einen tauschähnlichen Umsatz, wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen überlässt, den der Arbeitnehmer auch für private Fahrten nutzen darf. Hinsichtlich der Umsatzsteuer gibt es Unterschiede bei der Überlassung an Arbeitnehmer und der privaten Nutzung des Unternehmers selbst.

Umsatzsteuer für die Privatnutzung nach der 1%-Methode

Die 1%-Methode zur Ermittlung der privaten Nutzung eines Firmenwagens ist grundsätzlich bei der Einkommen- und Lohnsteuer anzuwenden. Bei der Umsatzsteuer handelt es sich um einen tauschähnlichen Umsatz, wenn der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Firmenwagen überlässt, den der Arbeitnehmer auch für private Fahrten nutzen darf. Die Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist der Wert der Arbeitsleistung, der nicht durch Barlohn abgegolten ist. Aus Vereinfachungsgründen kann der lohnsteuerliche Wert nach der 1%-Regelung auch bei der Umsatzsteuer angesetzt werden. Dabei ist der Wert nach der 1%-Regelung als Bruttowert anzusehen, aus dem die Umsatzsteuer herauszurechnen ist (Abschn. 1.8. Abs. 8 Satz 3 UStAE).

Nutzt der Unternehmer selbst einen Firmenwagen auch für Privatfahrten, kann bei der Nutzungsentnahme ebenfalls nach 1 % - Regelung vorgegangen werden. Wird der 1%-Wert bei der Umsatzsteuer angesetzt, können davon pauschal 20% abgezogen werden für Kosten, die nicht mit Vorsteuern belastet sind. Der so ermittelte Betrag ist ein Nettowert, auf den die Umsatzsteuer mit dem allgemeinen Steuersatz aufzuschlagen ist.

Beispiel für einen Bruttolistenpreis von 30.000 EUR:

a) Firmenwagen, Überlassung an den Arbeitnehmer

30.000 EUR x 1% = 300 EUR pro Monat x 12 =  3.600,00 EUR
Nettobetrag (3.600 EUR : 1,19 =)3.025,21 EUR
Umsatzsteuer574,79 EUR

b) Firmenwagen des Unternehmers

30.000 EUR x 1% = 300 EUR pro Monat x 12 =3.600 EUR
abzüglich 20% (720 EUR)2.880,00 EUR
Umsatzsteuer 19%547,20 EUR
Privatentnahme einschließlich Umsatzsteuer3.427,20 EUR
Privatentnahme ohne Umsatzsteuer720,00 EUR
Privatentnahme insgesamt4.147,20 EUR

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Wer kein Fahrtenbuch führt, muss die private Nutzung bei der Einkommensteuer zwingend nach der 1-%-Regelung ermitteln. Aus Vereinfachungsgründen kann sie auch bei der Umsatzsteuer angewendet werden. Wie berechnet man den zu versteuernden Betrag für die private Pkw-Nutzung eines Unternehmers, der die 1-%-Regelung ansetzen muss? Und wie bucht man diese Variante?

Wer kein Fahrtenbuch führt, muss die private Nutzung bei der Einkommensteuer zwingend nach der 1-%-Regelung ermitteln. Er kann sie aus Vereinfachungsgründen auch bei der Umsatzsteuer anwenden.

Praxis-Beispiel: 1%-Regelung Berechnung für den Unternehmer

Der Unternehmer hat im Januar einen neuen Firmenwagen gekauft. Der Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung hat 30.580 EUR betragen. Tatsächlich bezahlt hat er nur 28.560 EUR (24.000 EUR zuzüglich 4.560 EUR Umsatzsteuer). Da der Unternehmer weder ein Fahrtenbuch geführt hat noch eine sachgerechte Schätzung des privaten Nutzungsanteils vornehmen will, kann er bei der Einkommen- und Umsatzsteuer die 1-%-Regelung anwenden.

Bei der Bemessung der Umsatzsteuer dürfen pauschal 20% abgezogen werden, weil nicht in allen Kfz-Kosten Vorsteuerbeträge enthalten sind. Maßgebend ist der Bruttolistenpreis, sodass wie folgt zu rechnen ist:

Bruttolistenpreis (abgerundet)

30.500 EUR x 1% x 12 Monate =

3.660,00 EUR

abzüglich 20%

   732,00 EUR

= umsatzsteuerpflichtiger Anteil

2.928,00 EUR

19% Umsatzsteuer =

   556,32 EUR

= Bruttobetrag

3.484,32 EUR

Buchung SKR 03

1880

Unentgeltliche Wertabgaben

4.216,32

an

8924

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens ohne USt (Kfz-Nutzung)

732,00

8921

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19% USt (Kfz-Nutzung)

2.928,00

1776

Umsatzsteuer 19%

556,32

Buchung SKR 04

2130

Unentgeltliche Wertabgaben

4.216,32

an

4639

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens ohne USt (Kfz-Nutzung)

732,00

4645

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens 19% USt (Kfz-Nutzung)

2.928,00

3806

Umsatzsteuer 19%

556,32

Hinweis: Vorsteuer zu 100 % abziehbar - Kostendeckelung beachten

Die Vorsteuer ist gemäß § 15 Abs. 1 UStG zu 100% abziehbar und die private Nutzung gemäß § 3 Abs. 9a UStG der Umsatzsteuer zu unterwerfen. Falls der pauschale Wert für die private Nutzung höher ist als die tatsächlichen Kosten, wird die private Nutzung auf die tatsächlichen Kosten begrenzt (= Kostendeckelung).

Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG oder Unternehmer, die ausschließlich steuerfreie Umsätze gemäß § 4 Nr. 8 – 28 UStG erbringen, die den Vorsteuerabzug ausschließen, zahlen für die private Nutzung ihres Firmenwagens keine Umsatzsteuer.

SKR 04

2130

Unentgeltliche Wertabgaben

3.079

an

4639

Verwendung von Gegenständen für Zwecke außerhalb des Unternehmens ohne USt (Kfz-Nutzung)

3.079

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